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Herkunft der Obstsorten (Auswahl)  

  • Zu den am längsten bekannten Baumfrüchten gehört der Apfel (Malus sylvestris). Funde von wilden Äpfeln im heutigen Anatolien wurden auf 6500 v.Chr. datiert. Dreitausend Jahre danach war der Apfel im Gebiet der heutigen Schweiz und auf den Britischen Inseln bekannt. Die ägyptischen Könige Ramses II. und Ramses III. spendeten täglich einen Korb Äpfel an die Priester der Tempel.
  • Die Birne (Pyrus communis) gelangte aus Persien und Armenien über Kleinasien zu den Griechen und den Römern. Letztere verbreiteten sie auch nördlich der Alpen.
  • Die Echte Quitte (Cydonia oblonga) ist nahe verwandt mit der Birne und dem Apfel. Ihre Heimat ist der Kaukasus und Vorderasien.
  • Die wilden Formen der Pflaume (Prunus domestica) stammen aus Anatolien, aus dem Kaukasus und aus Persien. Die Römer kannten viele Rezepte mit Pflaumen. Sie wurden in Wein eingelegt und so konserviert.
  • Die Urform der Kirsche (Prunus avium) bzw. (Prunus cerasus) ist die Vogelkirsche. Vor achttausend Jahren war sie in Kleinasien bekannt. Lucullus, berühmt eher als Feinschmecker denn als erfolgreicher Feldherr, brachte 74 v.Chr. die ersten Kirschen aus Kleinasien von seinem Feldzug gegen Mithradates mit nach Rom.
  • Aus China stammt die Aprikose (Prunus persica). Bereits 2200 v.Chr. wurden ihre Früchte geerntet. Sie verbreiteten sich über Persien und Assyrien in Richtung Europa. Im Jahre 50 v.Chr. war die Aprikose in Rom eine sehr seltene und teure Frucht.
  • Zitrusfrüchte wie Orangen (Citrus sinensis) und Zitronen (Citrus limon) wurden laut griechischen und römischen Schriftstellern schon elfhundert v.Chr. angebaut. Sie stammen aus Asien.
  • Die deutsche Mispel (Mespilus germanica) oder Steinapfel hat ihre Bedeutung verloren. Auch sie stammt aus Vorderasien.

Homers Odyssee, das Heldenepos der griechischen Antike (800 v. Chr.), stellt in allen ihren umfangreichen Beschreibungen nie dar, dass Obst gegessen wird. Und doch machen für den Dichter Birnen, Granatäpfel, Äpfel, Feigen, Oliven und natürlich Weintrauben einen wohlgeplanten Obstgarten aus; einen, der über lange Zeit im Jahr Früchte hervorbringen würde:

Außer dem Hof ist ein großer Garten nahe der Hoftür
An vier Morgen, auf allen Seiten vom Zaun umzogen.
Große Bäume stehen darin in üppigem Wachstum,
Apfelbäume mit glänzenden Früchten, Granate und Birnen
Und auch süße Feigen und frische, grüne Oliven.
Denen verdirbt nie Frucht, noch fehlt sie winters wie sommers
Während des ganzen Jahres, sondern der stetige Westhauch
Treibt die einen hervor und lässt die anderen reifen.
Birne auf Birne reift da heran und Apfel auf Apfel,
aber auch Traube auf Traube und ebenso Feige auf Feige.

(Homer, Odyssee 7,112)

König Laertes erkannte seinen Sohn Odysseus, welcher nach zehnjähriger Irrfahrt nach Hause zurückkehrte, daran, dass er ihm die Sortennamen der Bäume nennen konnte, die er ihm selbst einst geschenkt hatte (24. Gesang): Denn ich begleitete dich als Knab' im Garten; wir gingen unter den Bäumen umher, und du nanntest und zeigtest mir jeden. Dreizehn Bäume mit Birnen und zehn voll rötlicher Äpfel schenktest du mir und vierzig Feigenbäume... Das Beispiel illustriert Besitzverhältnisse im frühen Obstbau.